Realeza verhindert Heimsieg im BBAG Diana Trail

Das Drehbuch für das wertvollste Rennen seit vielen Jahren auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg hätte Alfred Hitchcock wohl besser kaum schreiben können. Das mit 25.000 Euro dotierte „BBAG Diana Trial“ für dreijährige Stuten war am Montagabend an Dramatik kaum zu überbieten. Erst das Zielfoto brachte für die rund 4.500 begeisterten Zuschauer endgültige Gewissheit über die Siegerin. Die 205:10-Außenseiterin Realeza, trainiert von Andreas Wöhler für das Gestüt Fährhof, hatte mit Jockey Jozef Bojko in dieser Vorbereitungsprüfung auf den 160. Henkel-Preis der Diana im wahrsten Sinne des Wortes die Nase vorne.

Realeza lieferte sich bei herrlichem Sonnenschein einen packenden Zweikampf mit der Lokalmatadorin Viva Gloria, die am Raffelberg von Jens Hirschberger trainiert wird. Viva Gloria gehört dem Gestüt Auenquelle von Peter-Michael Endres und Karl-Dieter Ellerbracke. Zum erhofften Heimsieg reichte es nicht ganz, dennoch war der Auftritt und die gute Platzierung auch eine Art Belohnung für das bemerkenswerte Engagement in den letzten Monaten.

Nach Kampf hatte Realeza gegenüber Viva Gloria (75:10) auf der Ziellinie laut Richterspruch den minimalen Vorteil von einer Nase. Rang drei, nur eine weitere dreiviertel Länge zurück, ging an die französische Gast-Stute und 34:10-Favorition Amaranthe aus dem Trainingsquartier von Henri-Alex Pantall.

„Schade, dass es nicht ganz gereicht hat“, sagte Karl-Dieter Ellerbracke. „Trotzdem war die Leistung sehr gut.“ Das sah auch Trainer Jens Hirschberger so: „Es war für Viva Gloria erst der zweite Karrierestart. Deshalb bin ich auch überhaupt nicht enttäuscht. Bleibt sie gesund, nehmen wir jetzt den Henkel-Preis der Diana in Angriff. Die Qualifikation dürfte sie mit dem zweiten Platz in Mülheim geschafft haben.“

Möglicherweise sehen die Galopprennsport-Freunde am 5. August in Düsseldorf auch die von Hirschberger vorbereitete Ittlingerin Area (48:10), die ebenfalls eine „Diana-Nennung“ besitzt, auf der Heimatbahn aber mit Spitzenjockey Andrasch Starke nicht über Rang sechs hinauskam. Hirschbergers Erklärung: „Sie hing im Feld fest.“

Der Renntag endete dann doch mit einem Mülheimer Heimsieg. Der fünfjährige Wallach Part of Ireland untermauerte mit seinem Volltreffer im „Preis der Trainingszentrale Mülheim an der Ruhr“ die blendende Stallform der Raffelberger Trainerin Yasmin Almenräder. Während der Derby-Woche in Hamburg-Horn hatte sie schon vier Rennen gewonnen. Einen Tag vor dem Mülheimer Renntag entschied sie in Köln auch noch eine Prüfung für sich. Nun gelang ihr am Raffelberg sogar eine optimale Ausbeute: Ein Starter, ein Sieg! „Das Jahr ging schleppend los. Jetzt stimmt die Form. So kann es gerne weitergehen“, meinte Almenräder.

Der Rennclub bedankt sich bei Staatssekretärin Andrea Milz für den Besuch am Raffelberg und die es sich nicht nehmen lies, auch einige Ehrenpreise an die Sieger zu überreichen. Herzlichen Dank!

Der Umsatz nach insgesamt acht Rennen auf der Mülheimer Familien-Rennbahn betrug beachtliche 108.417 Euro. Es war damit das bisher beste Ergebnis in diesem Jahr. Rennclub-Vizepräsident Werner Krüger zeigte sich nach dem dritten Renntag in dieser Saison unter neuer Regie äußerst zufrieden: „Sowohl der Zuschauerzuspruch als auch das Umsatzergebnis zeigen eindrucksvoll, dass die Mülheimer ihre Rennbahn nach wie vor bestens annehmen. Mülheim ist wieder da.“

Der nächste Renntag am Raffelberg steigt am Samstag, 18. August. Der Start des ersten Rennens ist für ca. 13 Uhr geplant. Die Veranstaltung führt der Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. gemeinsam mit dem langjährigen Sponsor Sparkasse Mülheim durch. Geplant ist ein buntes Rahmenprogramm für die gesamte Familie.

(16.07.2018)