Big Beat macht den Präsidenten froh

Die Voraussetzungen für Leistungsprüfungen in Mülheim hätten besser nicht sein können. Kaiser-Wetter und ein Geläuf, das einem Teppich glich. Eine Galavorstellung lieferte auf diesem besonders ein Pferd namens Big Beat (Trainer Andreas Suborics, Köln). Und der machte so richtig Wirbel. Im Preis von Saarn blieb der Dreijährige völlig überlegen, verlor am Ende das Feld. „Schon 300 Meter vor dem Ziel hatten wir keine Gegner mehr. Nur fliegen ist schöner“, zeigte sich Jockey Filip Minarik begeistert. Besitzer und Züchter von Big Beat ist Karl-Dieter Ellerbracke (Gestüt Auenquelle, Rödinghausen). Der Präsident des RennClub Mülheim dürfte seine Freude im heimischen Sessel an dieser Vorstellung gehabt haben. Gut lief auch Reventa, die für ihren prominenten Besitzer Klaus Allofs erstmals als Zweite einen deutlichen Ansatz zeigte.

Mülheimer Überraschungserfolg durch Lex Author

Eine Sensation gab es bereits zum Auftakt der neun Leistungsprüfungen. In der Sieglosenklasse für die Dreijährigen überraschte der von Marian Falk Weißmeier trainierte Wallach Lex Author auf der 1.400 Meter-Strecke. Und das als Debütant. Der Außenseiter zahlte 11,9 : 1. „Er ist noch ein großes Baby, aber jetzt schon ein gutes Pferd“, kommentierte Siegreiter Lukas Delozier im Absattelring. Die stark laufende Lagune und Favorit Leeroy Gold hatten das Nachsehen. Der Sieger Lex Author verdient weiter Beachtung. Als Pferd mit Perspektive besitzt der Dreijährige Nennungen für hoch dotierte Auktionsrennen auf der Sprinter-Distanz.

Derby-Perspektive für Praetorius

Nicht mehr sieglos blieb auch Praetorius aus dem Erfolgsstall von Trainer Andreas Wöhler (Gütersloh). Mit dem amtierenden deutschen Jockeychampion Bauyrzhan Murzabayev im Sattel gewann der Dreijährige überzeugend im Stile eines Klassestehers. In den Rennfarben von Dr. Christoph Berglar (Köln) waren die geforderten 2.000 Meter das Minimum für den Wöhler-Schützling.

Frauen-Power durch Sybille Vogt, Lilli Engels und Amina Mathony - Doppelerfolg für Trainer Dr. Andreas Bolte

Ebenso emotional: Amazone Sybille Vogt kam mit dem Iffezheimer Gast Itman vom letzten Platz zu ihrem 101. Sieg. Lilli Marie Engels (Warendorf) tat es der Kollegin auf Rapid Beauty (Trainer Andreas Bolte) gleich. Mit Astrella erzielte der Tierarzt aus Lengerich sogar einen zweiten Tagestreffer. Bei den Jockeys gelang dies auch dem Franzosen Lukas Delozier. Und zum guten Schluß: Die Mülheimer Auszubildende Amina Mathony kam mit der Stute Chesnee auf der Marathon-Distanz von 3.000 Metern zu einem überlegenen Erfolg.

Rapid Beauty mit Ansage

Dr. Andreas Bolte zeigte sich bereits beim Interview mit Thorsten Castle im Führring vor dem 2000 Meter-Rennen des Ausgleich IV zuversichtlich. Sehenswert, wie Reiterin Lilli Engels die Order des Trainers in einen Kampferfolg ummünzte. Von Rapid Beauty hat man längst noch nicht alles gesehen. Gut gefiel auch die aus dem westfälischen Beelen angereiste Laytown (Trainerin Elisabeth Storp), die mit großem Kampfgeist fast noch hingekommen wäre.

Bad Dog macht Trainer Frank Fuhrmann froh

Pure Freude hatte auch Trainer Frank Fuhrmann aus Möser bei Magdeburg. Die weite Anreise hatte sich gelohnt. Sein Schützling Bad Dog brachte den Trainer mit einem Tänzchen am Absattelring aus der Fassung. Es war der 4. Treffer beim 40. Lebensstart des Wallachs. „Ein ausgesprochen gutes Reisepferd, der noch am Donnerstag in Hannover gelaufen war“. 18,1:1 bedeutete die lohnende Quote für den Außenseiter.

Fährhofer Calcio für den Merkzettel

Einen bleibenden Eindruck hat auch der Fährhofer Calcio hinterlassen. Der zweite Tagestreffer von Jockey Lukas Delozier entledigte sich seiner Gegner auf der Zielgeraden und empfahl sich ebenfalls für bessere Aufgaben. Trainer Peter Schiergen war jedenfalls voll des Lobes über die Fähigkeiten des Vierjährigen.

Ein positives Fazit zog Rennclub-Vizepräsident Günther Gudert, der sich sehr zufrieden mit der zweiten Saisonveranstaltung zeigte: „Natürlich vermissen wir unsere Zuschauer und Besitzer. Die Veranstaltung lief reibungslos. Das Hygiene- und Abstandskonzept inklusive Maskenpflicht hat sich bewährt. Das Ordnungsamt war auf der Bahn und hochzufrieden. Unser Dank gilt allen, die mit ihrer Disziplin dazu beigetragen haben“.

(09.05.2020)