Schwesterherz mit großem Herz

Auf der Mülheimer Galopprennbahn hat am Sonntag die Stute Schwesterherz das mit 52.000 Euro dotierte BBAG Auktionsrennen Mülheim über 2.000 Meter gewonnen.

Unter dem neunmaligen deutschen Jockeychampion Andrasch Starke war die im Besitz des Kölner Vizepräsidenten des 1.FC Köln Eckhard Sauren angetretene Dreijährige nicht zu beeindrucken. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Dorazio (Alexander Pietsch) und Palm Springs (Lukas Delozier).

Die Siegerin Schwesterherz wird in Köln vom amtierenden und designierten Trainerchampion Henk Grewe trainiert. Erneut veranstaltete der Rennclub Mülheim an der Ruhr e. V. unter Ausschluss der Öffentlichkeit, geschuldet der Corona-Pandemie. Allerdings waren Besitzer der startenden Pferde zugelassen. Zwölf Leistungsprüfungen fanden am Raffelberg statt. 136 Pferde kamen an den Start. Die Viererwette wurde nicht getroffen, ein Jackpot in Höhe von 10.124,78 Euro wird beim Weihnachtsrenntag am 26. Dezember ausgespielt.

Stimmen zum BBAG Auktionsrennen Mülheim:

Henk Grewe, Trainer von Schwesterherz: „Sie hat Klasse und war heute auf dem für sie ungewohnt weiteren Weg nicht zu bezwingen. Ihr großes Herz hat sie heute zum wiederholten Mal bewiesen.“

Andrasch Starke, Reiter von Schwesterherz: „Ich freue mich sehr für diese treue Stute, die heute spielend leicht gewonnen hat. Schesterherz hatte sehr gut gearbeitet. Sie mag auch den aufgeweichten Boden. Einziges Fragezeichen war heute die Distanz, aber das hat sie auf Grund ihrer Klasse heute geschafft.“

Markus Klug-Doppel zum Frühstück

Den Auftakt machten die Zweijährigen. Hier gab es einen ungefährdeten Doppelerfolg für den Kölner Trainer Markus Klug. Für das Gestüt Görlsdorf (Angermünde) gewann Sophie Katharina (3,0:1) unter Wladimir Panov vor ihrem Stallgefährten Sky Out. Beide Pferde sind für den Preis der Diana respektive das Hamburger Derby im kommenden Jahr einen Hinweis wert.


Mülheimer Pferde in Topform

In der ersten von zwei Dreijährigen-Prüfungen sah man ausschließlich Mülheimer Galopper auf den ersten drei Rängen. In einem spannenden Finale verwies der von Trainer Jean-Pierre Carvalho vorbereitete Toscano (3,6:1) unter dem Franzosen Lukas Delozier die Kontrahenten Agenda (Trainer Marcel Weiß / Jockey Andrasch Starke) und Lucky in the Sky (Yasmin Almenräder/William Mongil) auf die Plätze.

Für den zweiten Mülheimer Erfolg des Tages sorgte die für das Gestüt Ittlingen (Werne) angetretene Stute Romexa. Mit Martin Seidl im Sattel entschied ein Hals zugunsten der von Diana Stall – Trainer Marcel Weiß vorbereiteten Favoritin (2,0:1)
gegen Reventa. „Es war erst ihr zweiter Lebensstart, deshalb lief sie noch sehr grün, aber von ihr werden wir im nächsten Jahr noch etwas sehen“, gab sich der Mülheimer Trainer zuversichtlich. Jockey Martin Seidl wusste ebenso mit dem Dreijährigen Duke of Lips (Trainer Andreas Suborics, Köln) in der vierten Tagesprüfung zu überzeugen.

Reiternachwuchs in Siegerlaune – 3 x Sean Byrne

Für die 18-jährige Amina Mathony (Enkelin des früheren Klassejockeys Uwe Mathony) gab es ein kleines Jubiliäum im Rennsattel zu feiern. Mit Whisky Train (3,2:1) gelang der am Raffelberg bei Trainerin Yasmin Almenräder beheimaten Auszubildenden ihr zehnter Karriereerfolg. Trainer des 10-Längen-Siegers ist Marco Angermann aus Leipzig.

Der irische Nachwuchsreiter Sean Byrne (19) schrieb sich drei Mal in die Siegerliste ein. Der ab Januar 2021 nach Mülheim in das Diana-Quartier von Trainer Marcel Weiß wechselnde Ire holte sich nach einem taktisch klugen Ritt mit Katya (7,10:1) (Trainer Stefan Richter, Dresden) seinen ersten Tagestreffer. Und auch im zweiten Hauptereignis des Tages, den mit 8.000 Euro dotierten Preis des Rennstalles Axel Kleinkorres, legte Sean Byrne einen weiteren Erfolg nach. Mit dem Auenqueller Big Beat (3,8:1) gab es ebenfalls kein Verlieren für den jungen Iren. Es war gleichzeitig auch Treffer Nr. 31 für den Kölner Trainer Andreas Suborics in seiner erfolgreichsten Saison. Fair Hurricane und Prince Pervival hatten das Nachsehen auf den Plätzen. Und auch mit dem 16,6:1 – Außenseiter Porcupine Creek kämpfte sich Sean Byrne mit einem Nasenvorteil ins Ziel.

Freytag an einem Sonntag in der Viererwette

Die in Mülheim bei Trainer Marian Falk Weißmeier tätige Cecilia Müller schaffte mit Freytag (Trainer Toni Potters, Bremen) eine weitere Sensation. Mit der 21,8:1-Außenseiterin gewann sie mit einer Nase vor Patty Patch, gefolgt von Night Rider und Primary. Die Viererwette wurde nicht getroffen, ein Jackpot in Höhe von 10.124,78 Euro wird beim Mülheimer Weihnachtsrenntag ausgespielt.

Positives Fazit und Ausblick

Rennclub Mülheim - Geschäftsführer Günter Gudert zieht ein positives Jahres-Fazit zur Situation am Raffelberg: „Die Mülheimer Galopprennbahn befindet sich weiter im Aufwind. Vor zweieinhalb Jahren haben wir mit 78 Pferden in der Trainingszentrale begonnen, aktuell sind es 200 Vollblüter. Neue Trainer wie Jean Pierre Carvalho, Marcel Weiß und Axel Kleinkorres bereichern unseren Mülheimer Trainingsstandort. Wir bedanken uns besonders bei unseren elf Mülheimer Trainerinnen und Trainer, wobei die Renntitel heute als kleines Dankeschön die Namen der jeweiligen Quartiere getragen haben. Ein Renntag wie heute hat darüber hinaus auch Besucher verdient. Allerdings planen wir auch die nächste Veranstaltung auf der Mülheimer Galopprennbahn am zweiten Weihnachtsfeiertag ohne Zuschauer.“

(06.12.2020)