Zur Gegenwart:
Der Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. wurde am 02. Dezember 2017 von 14 Rennsportfreunden neu gegründet, nachdem der Vorstand des "alten Rennvereins" die nahezu lezten 10 Jahre entgegen der Interessen seiner Mitglieder gehandelt hat und mit einer wahren Teilnahmslosigkeit dem Untergang des Galoppsrennports in Mülheim zugesehen hat.
Als Ziel schrieben sich diese Gründungsmitglieder auf die Fahnen, nicht nur den Galopprennsport und die damit verbunden Arbeitsplätze zu retten, sondern auch diese fantastische Anlage im Herzen von Mülheim für den Sport und die Bürger zu erhalten und in den nächsten Jahren zu sanieren.
Am 01. Februar 2018 hat der Insovlenzverwalter des "alten Rennvereins" mit Zustimmung der Politik der Stadt Mülheim die Anlage in die Hände des neu gegründeten Rennclubs gegeben. Mit einem vorhandenem Konzept und einem Businessplan hat der neue Rennclub seither begonnen, die Anlage auf Vordermann zu bringen.
Dies wird sich in den nächsten Jahren Schritt für Schritt fortsetzen. Die Anlage am Raffelberg soll wieder aufblühen, so wie sie vor Jahren dagestanden hat: Ein Trainingszentrum der Extraklasse und eine familienfreundliche Rennbahn für alle Bürger.
Die ersten Pferderennen in Mülheim an der Ruhr waren interne Wettbewerbe eines 1863 gegründeten landwirtschaftlichen Vereins auf abgeernteten Äckern.
1885 entstand ein Reiterverein, aus dem sich der spätere Mülheimer Rennverein Raffelberg entwickelte. Das erste Rennen fand im Haagerfeld in Broich statt.
Der Verein wuchs von Jahr zu Jahr. 1888 fand der erste "richtige" im Jahres-Renn-Kalender aufgeführte Renntag auf den Schönnenbeckschen Wiesen an der unteren Aktienstraße statt. Ab 1893 waren dann die Kleinkemmschen Wiesen in Saarn auf dem linken Ruhrufer gegenüber vom Kahlenberg Austragungsort der Pferderennen.
Das Interesse an den Mülheimer Galopprennen nahm nun immer weiter zu. Sie wurden zu beliebten Treffpunkten von Offizieren und "Herrenreitern". Dem Verein schlossen sich in dieser Zeit Mülheimer Honoratioren wie August Thyssen und Hugo Stinnes an; Vorsitzender war Oberbürgermeister von Bock und Polach. An den Renntagen erschienen große Mengen von Zuschauern, die zum Teil mit der Straßenbahn und mit Dampfern anreisten.
Auf Dauer ließ der Rennplatz in Saarn aber keine Weiterentwicklung zu. Da es sich um Weideland im Hochwassergebiet handelte, war die Rennbahn oft nicht in gutem Zustand und der Bau fester Anlagen nicht möglich. Daher schloss sich der Mülheimer Reiterverein 1909 mit dem Duisburger Verein zusammen, um seine Rennbahn von Saarn nach Speldorf zu verlegen.
Im Jahr 1910 wurde am Raffelberg eine Rennbahn fertiggestellt, die allen Anforderungen entsprach. Es gab Flach- und Hindernisbahnen, Tribünen, ein technisches Betriebsgebäude, ein Totalisatorgebäude für die Pferdewetten, Pferdeunterstände, einen Bier- und einen Musiktempel.
Am ersten Renntag am 29. September 1910, an dem dem die neue Rennbahn Raffelberg eröffnet wurde, herrschte starker Besucherandrang. Bei schönem Herbstwetter fuhren zahlreiche Straßenbahnwagen, Kutschen und Automobile zum Raffelberg, viele Besucher kamen auch zu Fuß. Die Tribünen waren dicht besetzt; die besten Plätze waren schon seit langem ausverkauft. Die guten Sichtverhältnisse, die Anlage der Rennbahn und die Gebäude wurden allgemein gelobt, auch in der Fachpresse fanden sie viel Zustimmung.
Die folgenden Jahre waren eine Zeit wachsenden Erfolgs der Rennbahn. Diese große Epoche des Pferdesports in Mülheim endete plötzlich mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges.
Der Erste Weltkrieg brachte zwar keine Zerstörungen, 1918 brannte aber die Tribüne ab. Erst 1920 konnten wieder Rennen durchgeführt werden. Unglücklicherweise wurde die Tribüne 1928 wieder durch ein Feuer zerstört, was den Rennverein in erhebliche Schwierigkeiten brachte. Durch den Kauf des Rennbahngeländes garantierte die Stadt Mülheim den Fortbestand des Pferdesports am Raffelberg.
In den 1930er Jahren nahm die Rennbahn wieder eine erfolgreiche Entwicklung. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs brachte zwar erhebliche Einschränkungen, trotzdem wurden bis 1942 noch Rennen durchgeführt. Dann erlitt die Rennbahn durch Luftangriffe auf Duisburg und Mülheim schwere Beschädigungen. Auch die Ställe wurden getroffen, so dass viele Pferde umkamen. Die restlichen Pferde wurden an einen anderen Ort umgesiedelt.
Als die Amerikaner 1945 in Mülheim einmarschierten, war die Rennbahn in einem sehr schlechten Zustand. Außer durch Luftangriffe hatte sie auch unter Plünderungen am Kriegsende gelitten.
Doch schon bald begann der Wiederaufbau. Schon im Sommer 1945 kehrte ein Galopptrainer mit seinen Pferden zum Raffelberg zurück. Da noch keine Eisenbahn fuhr, legte er den Weg von Düsseldorf bis Mülheim mit den Pferden zu Fuß zurück. Jetzt begann der Wiederaufbau. Mitglieder des Vereins leisteten Schwerstarbeit, um die Rennbahn wieder in einen benutzbaren Zustand zu versetzen.
Schon im Mai 1946 befanden sich die Anlagen in einem so guten Zustand, dass britische Soldaten ein Rennen durchführen konnten.
Im Oktober 1946 wählte der Mülheim-Duisburger Rennverein Raffelberg mit Oberstadtdirektor Josef Poell (Präsident), den Oberhausener Oberstadtdirektor Georg Kaeßler sowie die Fabrikanten C. A. Schaumann, Wilhelm Tholl (alle Stellvertreter) seinen ersten Vorstand der Nachkriegszeit.
Am 2. September 1947 wurde der Verein in Mülheim-Duisburger Rennverein Raffelberg (Mülheim, Duisburg, Oberhausen) unbenannt.
In den folgenden Jahren kam es zu einem großen Aufschwung des Reitsports am Raffelberg. Der neue Geschäftsführer Karl-Heinz Busch schaffte es, das berühmte Rennen "Preis der Diana" nach Mülheim zu holen.
Mit vielen jährlichen Verstaltungen war Raffelberg einer der führenden Rennvereine in Deutschland.
Das Jahr 1949 gehörte wieder Busch, der Mülheim an die Spitze des deutschen Galoppsports bringen wollte. Neben dem Silbernen Band der Ruhr, dem Deutschen Stutenpreis, dem Westdeutschen Hürdenrennen und dem Preis der Stadt Mülheim sowie den schon seit 1931 traditionell am Raffelberg ausgetragenen Winterrennen, zog er mit der Goldenen Peitsche eine Volksveranstaltung "aus dem Ärmel". Die Rennen "Orakel der Zweijährigen" und "Orakel der Dreijährigen" kamen 1950 hinzu.
Im Dezember 1953 wurde Oberstadtdirektor Bernhard Witthaus zum Präsidenten gewählt und Erich Seeger zum ehrenamtlichen Geschäftsführer. Die folgenden Jahre wurde kräftig gespart, bis Anfang 1958 die wirtschaftliche Talsohle durchschritten war.
1958 entschloss man sich zu einer Namensänderung. Da die bisher im Namen enthaltenen Städte Duisburg und Oberhausen sich kaum finanziell beteiligt hatten, lautete der Name seitdem Mülheimer Rennverein Raffelberg.
Im Preis der Winterkönigin wurde ab 1959 die beste zweijährige deutsche Stute am Raffelberg ermittelt. Diese Prüfung entwickelte sich zu einer der sportlich wertvollsten Prüfungen, die auf deutschen Bahnen für die Vertreterinnen des jüngsten Jahrgangs ausgeschrieben wurden. Als erste Siegerin ging Ankerkette, mit Hein Bollow im Sattel, in die Geschichte dieses Rennens ein.
Im März 1960 kündigte das Präsidium auf der Jahreshauptversammlung die Renovierung der Bahn an. Dieses war auch nötig, denn wolkenbruchartiger Regen und die Verstopfung des Abwässerkanals sorgte im September für eine Überflutung des Bahngeländes. Dieses wiederholte sich im Frühjahr 1961, so dass der Preis der Diana, nach Krefeld verlegt wurde.
Für den im April 1961 gewählten Vorstand hatte Sparsamkeit weiterhin Priorität. Deshalb fand 1962 aus Kostengründen der Deutsche Stutenpreis letztmalig in Mülheim statt.
Als 1963 die Stute Allerbeste als einziges Pferd im Orakel der Zweijährigen startete, wurde dieses Rennen aus dem Programm genommen.
Oberstadtdirektor Heinz Heiderhoff übernahm den Vorsitz im Mülheimer Rennverein.
Der englische Meisterjockey Lester Pigott gewinnt mit On Dit im Preis der Diana.
Einführung des Rennbahnfernsehens am Raffelberg.
Erstmals trat die Stadtsparkasse Mülheim als Sponsor in einer nach ihr benannten Prüfung in Erscheinung.
Die ausgesetzten Rennpreise überschritten 1972 erstmals die Millionenhöhe.
Der Mülheimer Rennverein durchbrach erstmals eine Schallmauer: Mit einer Höhe von 1.114.435 DM erzielte er erstmals in der Vereinsgeschichte einen siebenstelligen Wettumsatz.
Oberbürgermeister Dieter aus dem Siepen leitet mit dem ersten Spatenstich die umfangreichen, finanziell von Land und Kommune geförderten und sich bis in den Sommer 1980 erstreckenden Umbauarbeiten auf dem Rennbahngelände ein. Die alten Totogebäude werden abgerissen und durch neue ersetzt, neben dem Führring wird eine Reithalle errichtet.
Oberstadtdirektor Heinz Hager übernimmt die Aufgaben des Präsidenten.
Im August 1980 gab es erstmals den Einsatz des Elektronentotos. 142 Terminals gewährleisten, selbst bei Großveranstaltungen, einen reibungslosen Ablauf des Wettbetriebs.
Am 1. März 1982 entwurzelte ein Orkan mehrere alte Bäume, beschädigte das Waagegebäude schwer und erneut waren Renovierungsarbeiten nötig.
Im April 1989 brannte der Haupttrakt des Stalles von Michael Trybuhl bis auf die Grundmauern nieder und musste neu aufgebaut werden.
Ende 1989 wird der Stall Diana vom Gestüt Auenquelle um Trainer Uwe Ostmann mit 50 Boxen eingeweiht.
Einweihung der neuen Allwetterhalle Tribüne I. Die Kosten belaufen sich auf ca. 1.300.000 DM.
Keine Winterrenntage mehr in Mülheim an der Ruhr, diese werden nun von November bis Februar in Dortmund und Neuss abgehalten.
Präsident Heinz Hager, seit 1980 an der Spitze des Rennvereins, gibt den Vorsitz an Bodo Scheibel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Mülheim an der Ruhr, ab.
Einweihung der Golfanlage im Areal der Galoppennbahn.
Im Sommer 2003 übernimmt Frau Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld das Amt als Präsidentin des Mülheimer Rennverein Raffelberg e.V. und folgt damit einer großen Tradition. Sie führt den Verein bis Ende November 2006 und der Standort Raffelberg wurde unter der Führung von Frau Mühlenfeld kontinuierlich weiter attraktiv gestaltet und ausgebaut. Die Besucherzahlen von durchschnittlich über 5.000 Menschen auf der Rennbahn sind nur ein Beleg dafür.
Der Verein geht unter der neuen Präsidentin auf Konsolidierungskurs. Die Hauptrennen des Mülheimer Rennvereins der "Preis der Diana" und der "Preis der Winterkönigin" werden aus Kostengründen verkauft und verlassen den Raffelberg.
Der Pachtvertrag des Rennvereins mit der Stadt Mülheim an der Ruhr wird in einen Erbbau-Pachtvertrag umgewandelt.
Der Inhaber der Golfanlage Hr. Ralf Schmitz wird Vizepräsident im Rennverein.
Ende 2006 wird ein neuer Vorstand um Präsident Hans-Martin Schlebusch, Susanne Schmitz-Abshagen und Joachim Orilski gewählt.
2007 wird der Vorstand durch Trainer Werner Baltromei und Rechtsanwalt Dirk von Mitzlaff erweitert. Hr. Ralf Schmitz wird ehrenamtlicher Geschäftsführer des Rennvereins.
Es werden nur noch 3 Renntag in der Saison durchgeführt.
Der Vorstand wird durch Hr. Ralf Schmitz auf 5 Personen erweitert.
100jähriges Jubiläum Galopprennen am Raffelberg. Es werden 4 Renntage durchgeführt.
Der Vorstand des Rennvereins beschließt den Trainingsbetrieb zu schließen und jedes Jahr nur noch 3 Renntage durchzuführen.
Nach Widerstand durch Mitglieder des Rennvereins und einer gegründeten Bürgerinitiative scheint es am Raffelberg nach oben zu gehen.
Trotz Erhalt der Liquidität durch den Dachverband wird der Rennverein durch die verbliebenen Vorstandsmitglieder Hr. Hans-Martin Schlebusch und Hr. Ralf Schmitz überraschend in die Insovenz gemeldet.
Der Insovlenzverwalter des "alten Rennvereins" übergibt mit Zustimmung der Politik der Stadt Mülheim die Anlage in die Hände des neu gegründeten Rennclubs.
Mit einem vorhandenem Konzept und einem Businessplan beginnt der neue Rennclub, die Anlage auf Vordermann zu bringen. In kürzester Zeit werden bereits mehr als 120.000 Euro in die Anlage investiert.
Eine alte Tradition kehrt zurück: Das Silberne Band der Ruhr, mit 4.000 Metern das längste Flachrennen in Deutschland, wird nach 2012 wieder in Mülheim gelaufen. Der neue Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. knüpft nun an die lange Tradition dieser Prüfung auf dem Raffelberg an und hat dem Rennen nach achtjähriger Pause wieder eine neue Heimat an alter Stätte gegeben.
Bei der Jahreshauptversammlung wird Werner Krüger zum neuen Präsidenten des Rennclubs gewählt. Zum neuen Vorstand zählen neben dem Berliner Unternehmer die Vizepräsidenten Bernd-Robert Gossens (Issum), Marc Hübner (Essen), Dr. Michael Bergmann (Düsseldorf) sowie Marian Falk Weißmeier (Mülheim). Den Beirat vertreten Jean-Pierre Carvalho (Mülheim), Christiane Langen (Mülheim) und Peter Beitz (Mülheim).
Nach dem Ausscheiden von Werner Krüger wird Dr. Michael Bergmann neuer Präsident des Rennclubs Mülheim an der Ruhr. Er wurde von der Mitgliederversammlungin dieses Amt gewählt, nachdem er es die letzten Wochen nach dem Rückzug von Werner Krüger schon kommissarisch inne hatte. Den Vorstand komplettieren Marc Hübner (Essen), Bernd-Robert Gossens (Issum), Hans Bierkämper (Dortmund) und Trainer Marcel Weiß (Mülheim).